Handy am Steuer geht nicht!

Arno über höhere Bußgelder im Straßenverkehr.

Ich will nicht behaupten, dass ich nichts falsch mache beim Autofahren, ich hab mich auch schon lautstark aufgeregt. Das ist nicht schön. Aber gerade freue mich sehr über den neuen Bußgeldkatalog, durch den viele Sachen, die ich für unverantwortlich halte, weitaus höher als bisher bestraft werden. 

Ich bin zum Beispiel strikt gegen Handytelefonieren am Steuer und verstehe nicht, dass das offensichtlich wieder zunimmt. Natürlich ist man abgelenkt, wenn man eine SMS schreibt oder telefoniert. Wer dabei in Zukunft erwischt wird, bekommt einen Punkt in Flensburg und muss 100 Euro bezahlen statt 60. Auch die, die beim Fahrradfahren telefonieren, werden jetzt härter bestraft. Sie legen dafür 55 Euro auf den Tisch, statt 25 Euro. Das Verbot für technische Geräte am Steuer gilt auch für Tablets und Laptops. Wer schreibt denn beim Autofahren E-Mails mit seinem Laptop? Oder gucken die Filme? Das muss es aber geben, sonst würde es der Gesetzesgeber ja nicht ausdrücklich regeln. 

Nur 20 Euro mussten bisher die bezahlen, die keine Rettungsgasse gebildet haben. Ab jetzt sind es 55 Euro. Und illegale Autorennen kosten ab sofort mindestens drei Punkte plus Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei Gefährdung ist die Fahrerlaubnis weg. Richtig so! 

Ein paar andere Sachen find ich aber auch lustig: Ruhig bleiben im Verkehr schont nämlich in Zukunft nicht nur eure und die Nerven eures Beifahrerin, sondern auch ganz erheblich euer Konto. Ein Stinkefinger kann tatsächlich bis zu 4.000 Euro kosten. Mit einem "Bei dir piept's wohl!" gegenüber einem Polizisten kommen Sie schon mal auf 750 Euro. Zunge raus gibt 150 Euro, für „Was willst du, du Vogel?“ 500. Und mit dem im Straßenverkehr oft zitierten „Idiot“ ist man ganz schnell bei 1500 Euro. Meine Frau behauptet, es geht auch anders. Sie lächelt freundlich und wird dafür meistens durchgewunken. Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es… Ihr wisst schon.

Arnos Kolumne erscheint immer dienstags in der Berliner Morgenpost und auf www.morgenpost.de.

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