Influencer oder Feuerwehrmann

Arno über unterschiedliche Berufsvorstellungen.

Als ich so alt war wie mein Patenkind, wollten meine Freunde Eisenbahnschaffner oder Feuerwehrmann werden und ich natürlich Radiomoderator. Nicht so jetzt mein Patensohn, der neunjährige Danny, der sagt: „Wenn ich groß bin, werde ich Influencer.“ Und ich denke, dann kannst du direkt damit anfangen. Viele der erfolgreichen YouTuber und Influencer haben ihre ersten Schmink- oder Spiele-Tipps in ihren Kinderzimmern aufgenommen. Auch Musiker, die ihren Weg über Youtube gegangen und inzwischen Weltstars sind, wie Lukas Rieger oder die Lochis, haben sehr früh mit ihren Karrieren begonnen, sie zählen ja heute gerade mal knapp 20 Jahre.

Youtuber und Influencer haben mehr Follower als man sich vorstellen kann, das geht in Millionenhöhe. Zu den vielen Fans kommen die YouTuber aber nicht einfach so, sondern tatsächlich durch Fleiß und Disziplin, die Lochis haben mehr als 400 Videos auf ihrem Kanal. So werden sie, Daggi Bee und Co. prominent, man lädt sie zu Veranstaltungen ein, die Fotografen erkennen sie auf den roten Teppichen. Sie werden mit Produkten überschüttet, die sie bei ihrem Massenpublikum bewerben sollen.

Da kann man schon neidisch werden. Wenn ein bekannter Youtuber "War gerade Döner essen" schreibt, bekommt er mehr Likes dafür, als wir für den Rest unseres Lebens erhoffen dürfen. Dabei sind Social Media auch für uns wichtig. Vielleicht sollte ich einen Kochkanal auf YouTube starten? Die laufen ja offensichtlich ganz gut. 

"Machst du deine Arbeit eigentlich gerne?", fragt mich Danny. "Ja natürlich", antworte ich, "das ist mein Traumjob!" Ein Leben ohne Moderieren kann ich mir nicht vorstellen. "Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht", sage ich, "und das ist das Beste, was einem passieren kann." Schlau fasst Danny unser Gespräch zusammen: "Dann habe ich mich ja gut entschieden, ich werde Influencer." Ja, denke ich, das ist wahrscheinlich das Richtige für dich.

Arnos Kolumne erscheint immer dienstags in der Berliner Morgenpost und auf www.morgenpost.de.

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