Kabelsalat im Handgepäck

09.08.2011
Kabelsalat im Handgepäck

In seiner neuen Kolumne schreibt Arno über die lebenswichtige Notwendigkeit seines Smartphones.

Ich gehöre zu den Menschen, die eines der ersten tragbaren Telefone hatten. Handy konnte man diese Monster noch nicht nennen, denn sie waren gefühlt so groß wie ein Einfamilienhaus.

Was musste man noch vor wenigen Jahren alles einpacken, wenn man auf dem damals neuesten Stand der Technik verreisen wollte. Laptop, einen tragbaren CD-Spieler, ein tragbares Mini-Radio und natürlich den Walkman (für die Jüngeren: das ist ein kleiner, tragbarer Kassettenrekorder), einen Minifernseher mit eingebautem DVD-Player, den Nintendo mit Tetris nicht zu vergessen, Bücher, Kassetten, CDs, DVDs, das Handy und alle Kabel und Ladegeräte und natürlich den dicken Terminkalender und das Adressbüchlein. Ich kann mich an Reisen erinnern, bei denen mein Handgepäck über 20 Kilo schwer war.

Heute habe ich ein Smartphone, auf dem die Lieblingsfilme, die Lieblingsmusik, alle Familienfotos der letzten 20 Jahre, Hunderte Computerspiele, die Bücher, die ich im Urlaub lesen möchte, mein Terminkalender und das Adressbuch sind. Meinen Laptop ersetzt das Ding auch noch, denn ich kann meine E-Mails lesen und beantworten und damit ins Internet gehen. Ohne mein Smartphone kann ich nicht mehr leben und wenn ich mich entscheiden müsste zwischen meiner Frau und meinem Handy, meine Frau hätte ein Problem, oder ich - nach der Entscheidung. Das Leben könnte also schön sein, man steckt sein Handy ein und das war's. Denkste!

Am Sonnabend bin ich mit meiner Familie in den Urlaub geflogen und mein Handgepäck ist trotzdem nicht kleiner geworden. Denn jetzt schleppe ich einen Koffer voller Kabel mit. Ladegerät, Universalstecker, Kabel, damit die Filme auf dem Hotelfernseher laufen können, noch ein Kabel, falls das andere nicht in den Fernseher passt, ein weiteres Kabel, um die Musik auf der Hotelstereoanlage hören zu können, zwei Lautsprecher, falls es keine Hotel-Stereoanlage gibt, einen Ohrhörer, noch einen Ohrhörer für meine Frau. Noch einen Ohrhörer für meinen Sohn und einen weiteren, falls er seinen Ohrhörer liegen lässt oder das Kabel durchkaut und was weiß ich noch alles.

Das Schlimme aber ist, dass es garantiert auch in diesem Urlaub wieder ein Kabel geben wird, das fehlt.

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