Regeln für Radfahrer

20.03.2012
Sich die Fahrzeit auf dem Rad verschöner - mit Hilfe von Musik ebenfalls möglich. Nur bitte nicht zu laut! | Foto: dpa

Wann muss man als Radfahrer 15 Euro blechen und was für Regeln müssen Rad- und Autofahrer wirklich beachten?

Musikhören auf dem Fahrrad ist verboten und wer als Radfahrer keinen Helm trägt, ist bei einem Unfall mitschuldig. Diese Gerüchte halten sich hartnäckig, aber welche stimmen eigentlich?

Wir räumen mit den Gerüchten auf - im Klicker verraten wir Dir die populärsten Irrtümer und verraten, was wirklich dran ist.

Auf die Pedale, fertig, los!
  • 1. GERÜCHT: Für Radfahrer gelten beim Überqueren eines Zebrastreifens die gleichen Rechte wie für Fußgänger.
  • ANTWORT: Stimmt nicht. Es gelten nur die gleichen Rechte, wenn der Fahrradfahrer von seinem Rad steigt und es über den Zebrastreifen schiebt. Tut er das nicht, haben Autos Vorfahrt und im Falle eines Unfalls der Radfahrer sogar Mitschuld.
  • 2. GERÜCHT: Wer als Radfahrer keinen Helm trägt, hat im Falle eines Unfalls Mitschuld.
  • ANTWORT: Das Gesetz sagt - nur Fahrer von Krafträdern (z.B. Mofa, Roller oder Motorrad) müssen einen Schutzhelm tragen. ABER: Schadensersatzansprüche können im Falle eines Unfalls ohne Radhelm gemindert werden. Better safe than sorry.
  • 3. GERÜCHT: Hunde an der Leine beim Radfahren sind verboten.
  • ANTWORT: Falsch. Als Radfahrer sollte man die Leine zwar nur lose an der Hand halten und sie nicht ums Handgelenk schlingen, aber verboten ist es nicht. Für andere Tiere, also auch Katzen, Ponys, Schweine und Deinen Wellensittich, gilt diese Regelung laut Paragraph 28 der Straßenverkehrsordnung allerdings nicht: «Von Fahrrädern aus dürfen nur Hunde geführt werden.»
  • 4. GERÜCHT: Gibt es rechts keinen Radweg, darf der linke genutzt werden.
  • ANTWORT: Dieser Irrtum ist leider falsch und kann sogar mit 15,- Euro Bußgeld bestraft werden, denn für Radfahrer gilt ebenso das Rechtsfahrgebot wie für alle anderen Verkehrsteilnehmer. Kinder z.B. dürfen aber bis zum Alter von 10 Jahren auf dem Gehweg fahren, falls es keinen Radweg gibt.
  • 5. GERÜCHT: Nebeneinener fahren ist Fahrradfahrern verboten.
  • ANTWORT: Auch falsch. Wenn Radfahrer dadurch nicht andere Verkehrsteilnehmer behindern, dürfen sie durchaus nebeneinander fahren. In Fahrradstraßen ist das grundsätzlich erlaubt und auch auf anderen Straßen gilt das, wenn sie in einem Pulk von mindestens 15 Mann unterwegs sind.
  • 6. GERÜCHT: Betrunken Fahrrad fahren, kann den Führerschein kosten.
  • ANTWORT: Das könnte stimmen. Zumindest wer mit mehr als 1,6 Promille noch mit dem Rad unterwegs ist, muss um seinen Lappen bangen. Aber - vorher muss man sich einem Idiotentest unterziehen und erst wenn dieser nicht bestanden oder verweigert wird, ist der Führerschein weg.
  • 7. GERÜCHT: Musik hören beim Radeln ist verboten.
  • ANTWORT: Hier gilt gleiches Recht für alle. Fahrradfahrer und Autofahrer dürfen nicht auf rollenden Diskotheken unterwegs sein. Heißt im Klartext: Stöpsel in beiden Ohren sind beim Radfahren zwar erlaubt, man muss aber gewährleisten noch ausreichend andere Warnsignale von außerhalb wahrnehmen zu können.
  • 8. GERÜCHT: Das Fahren auf dem Radweg für Fahrradfahrer ist Pflicht.
  • ANTWORT: Falsch. Sofern nicht anders ausgeschildert, ist es sogar empfohlen, wenn Radfahrer auf der Straße fahren, da sie dort von Autofahrern besser wahrgenommen werden. Auch wenn der Radweg unbefahrbar ist, dürfen sie auf die Straße ausweichen.
  • 9. GERÜCHT: Batteriebetriebene Lampen sind erlaubt und ersetzen den Dynamo.
  • ANTWORT: Auch das ist ein Irrtum, der leider nur für Rennräder unter elf Kilo Gewicht gilt. Alle anderen Räder müssen laut Straßenverkehrsordnung eine funktionierende "Lichtmaschine" am Rad vorweisen können. Das heißt also - der Dynamo ist Pflicht, batteriebetriebene Zusatzlichter sind aber erlaubt.
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