11. Februar 2020 – Mareike Melde

Once Upon a Time in… Berlin

Arno Müller über den Boom von Film- und Serien-Produktionen in Berlin

Foto: Bernd Wüstneck/zb/dpa

„Ich glaub Du stehst im Weg“. Den Satz musste ich mir gestern gleich zweimal von meiner Frau anhören, weil ich so auf Instagram konzentriert war, dass ich den Mann im Catering-Truck nicht gesehen habe. Der anschließende Dialog verlief dann auch recht knackig: „Was‘ hier los?“ – „Netflix“ – „Aha“. Aber wozu mehr erklären. Berlin ist das neue Hollywood. Von Streaming-Serie bis Kino-Blockbuster – die Stadt mutiert zur Super-Kulisse. Ein falscher Blick auf dem Weg zum Bäcker - und zack! Schon kennt man aus Versehen das geheime Finale der nächsten Staffel „Babylon Berlin“, das grade gedreht wird. Ganze 15 Produktionen starten hier in Berlin mittlerweile täglich. Serien wie „Dark“ oder „Bad Banks“, Filme wie „Mission Impossible 7“ oder „Matrix 4“ – sie alle haben in den kommenden Monaten feste Drehtage in Berlin eingeplant. Aber kann man das einem Tom Cruise oder einem Keanu Reeves verübeln? In welcher anderen Stadt findet sich eine so flexible Kulisse, wie es sie hier in Berlin gibt: Du willst jung und wild? Willkommen in Friedrichshain. Ruhig und historisch? Ab nach Spandau. Oder doch elegant und grün? Dann freut sich Grunewald auf dich. Berlin hat nicht nur viele Gesichter, sondern alle! Und jedes einzelne davon verdient es doch, vor die Kamera Hollywoods zu treten. Gut, meine Frau muss mich hin-und-wieder davor bewahren, von einem Catering-LKW überrollt zu werden, aber hey: there’s no business like show-business. Und wenn ich dafür neben Stars wie Daniel Brühl oder Christoph Waltz in der S-Bahn stehen darf – bitte schön. Im Zweifel wird auch darüber noch ein Film gedreht. Und ich ahne auch schon wo…

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