Elektro_Tretroller_61635273.jpg
Foto: Roland Weihrauch/dpa

Arno über die neuen Elektro-Tretroller.

Jeder weiß - ich liebe mein Auto. Aber ich muss ja auch zugeben - oft ist es in der Stadt wirklich unpraktisch. Immer wieder diese roten Ampeln, diverse Staus und das ständige Parkplatz suchen… Da ist man meistens schneller, wenn man läuft. Oder wenn man Fahrrad fährt. Und ich bewundere Menschen, die weite Strecken quer durch die ganze Stadt radeln. Mit dem Rad zu einem Geschäftstermin düsen oder zu Beispiel morgens in die Sendung…ach, nö, lieber nicht.

Eine Alternative wären da die neuen Elektro-Tretroller. Auch E-Scooter genannt. Damit sind nicht die aus Italien bekannten, kleinen Motorroller gemeint, sondern die Roller, die wir alle aus Kindertagen kennen: mit dem einem Fuß steht man drauf, der andere Fuß stößt sich dann immer wieder von der Straße ab um Fahrt auf zu nehmen. Der größte Unterschied zu meinem damaligen Kinderroller ist allerdings, dass man heute mit beiden Füßen drauf stehen kann und das Ding mit Motorkraft aus einem Akku angetrieben wird. Mit 20 km/h sind diese Tretroller unterwegs.

Und schon vor deren Zulassung haben alle über die neuen Elektro-Tretroller diskutiert. Ich habe gelesen, dass die Sachsen sie sogar als "Merkelroller" verspotten, weil die Kanzlerin ihn als eine der wenigen gut findet.

Jetzt ist es nun endlich soweit. Die Roller sind ab sofort auch im Verkehr erlaubt und können einem jetzt neben Fußgängern und Radfahrern in den Städten begegnen. Das ist wichtig zu wissen – besonders für alle Autofahrer da draußen! Die E-Tretroller stehen an vielen Orten in der Innenstadt: an Kreuzungen, Plätzen oder am Straßenrand und jeder kann sie sofort und jederzeit über eine App buchen, bezahlen und gleich losbrausen. Quasi ein Roller-Sharing. Die andere Variante ist der Eigenbesitz. Zuerst müssen die einzelnen Modelle dafür jedoch noch zugelassen werden und dann brauchen Halter auch noch eine Haftpflichtversicherung und eine Betriebserlaubnis. Und so ein Antrag dauert meistens erstmal ein bisschen. Die große E-Scooter-Welle kommt deshalb wahrscheinlich doch erst etwas später. In Deutschland rechnen Experten übrigens mit über 20 Millionen E-Scootern. Also, wer seine Zulassung möglichst bald haben will, sollte sich am besten schon heute beim Amt anstellen.

In vielen europäischen Städten sind E-Scooter ja schon erlaubt und da gibt es gerade richtig Stress. Vor allem weil viele Roller einfach im Weg herumliegen. Genau aus diesem Grund wurde in Paris jetzt ein E-Scooter-Parkverbot auf sämtlichen Gehwegen und in Parks erlassen. In Brüssel darf man die in manchen Gebieten der Stadt sogar nicht mehr benutzen.

Ich bin ja eh mal gespannt, wie sich das bei uns so entwickelt. Wenn man sich auch mal anschaut, wie Berlin schon von den Mietfahrrädern zugemüllt sind – und jetzt kommen noch die Elektro-Tretroller zum Mieten dazu...Die gute Nachricht ist aber: Berlin wird wieder einmal ein Stück mobiler und setzt erneut auf Trends.

Man muss für die Roller übrigens die Radwege nutzen. Und erst wenn kein Radweg da ist, darf man auf die Straße. Wer sich nicht daran hält, zahlt bis zu 70 Euro Strafe. Dann wird E-Scooter-Fahren schnell so teuer, dass man eigentlich auch ein Taxi nehmen könnte.

Das könnte Dich auch interessieren