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 (Foto: dpa)

Arno über den aktuellen Boom beim Make-Up für Männer.

Mir ist aufgefallen, dass das Make-Up für Männer immer beliebter wird. In asiatischen Ländern ist es längst gang und gäbe und nun schwappt dieser Trend schließlich auch langsam zu uns nach Deutschland rüber. Laut einer aktuellen Umfrage nutzt jeder zehnte Mann mittlerweile Make-Up – jeder fünfte davon sogar täglich.

Contouring, Highlighting oder Draping finden jetzt auch ihren Platz im Männersprachgebrauch. Der Concealer, um Augenringe oder Hautunreinheiten zu kaschieren. Die Foundation, für den Frische-Kick am Morgen. Und das wichtige Bronzing Gel um gesund und lebendig auszusehen. Oder wie Donald Trump, wenn man’s dann übertreiben sollte. Sogar Augenbrauen-Gels sind nicht mehr selten in der Männerabteilung anzufinden. Bei manchen Männern sieht der Badschrank mittlerweile ja fast so aus, wie der von der eigenen Frau.

Viele Kosmetikmarken wie Chanel, L‘Oreal oder Givenchy haben die Männer als Kundenstamm entdeckt und bringen jetzt auch Männer-Kosmetik-Linien raus. Ein logischer Schritt, denn der Markt boomt. Und immerhin sind 49 Prozent der Weltbevölkerung Männer – und somit ja schließlich auch potenzielle Kunden.

Ich habe gesehen, dass sogar die Drogeriemarke dm jetzt eine eigene Männerlinie rausgebracht hat und in den Läden ganze Männerabteilungen eröffnet haben, wie zum Beispiel hier am Kurfürstendamm. Das muss man sich mal vorstellen: dm – der Frauenladen par excellence, in dem man seine Frau stundenlang unbeaufsichtigt Make-Up und Weiteres shoppen lassen konnte, hat sich jetzt auch für Männerbedürfnisse entdeckt!

Wo früher nur Deos und vielleicht Rasierschaum standen, wimmelt es jetzt nur von "Vital-Face-Gels", "Guylinern" und "Manscaras" oder "Power-Kick Anti-Aging Cremes".

Die Zeiten in denen nur Frauen bepudert, bemalt und durch Make-Up verschönt durch die Gegend laufen sind ab jetzt wohl vorbei. Denn auch der moderne Mann hat Recht auf seine eigene „Working Men“-Kosmetiklinie und kann dann die Strapazen des Alltags, so wie die Frauen, auch überschminken.

Bald will dann auch der Mann das Licht im Schlafzimmer aushaben und den Müll nicht ungeschminkt runter auf die Straße bringen. Zukünftig beraten sich die Kerle vielleicht dann mit Freunden über die beste Augentusche oder Concealer, damit auch nach dem Sport nicht nochmal Hand anlegen werden muss.

Für mich ist das alles nichts. Anti-Aging Creme gut und gerne, aber den Rest sehe ich dann doch lieber an meiner Frau als an mir. Wobei, wenn ich so drüber nachdenke würde ich schon gerne mal ihren Blick sehen wollen, wenn sie loswill, und ich aus dem Bad heraus rufe:

"Sekunde Schatz – ich muss nur kurz noch meine Augenbrauen nachziehen."

Arnos Kolumne erscheint immer dienstags in der Berliner Morgenpost und auf www.morgenpost.de.

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