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Arno über die Wahrheit im Netz

Einmal wieder ging es bei uns im Sender um das Thema, wie und wo man am besten jemanden kennenlernt. Ich bin da raus, ich hab meine Seelenpartnerin, in die ich bis heute verliebt bin, an meiner Seite. Und denke heimlich, was für ein Glück. Es scheint schwieriger geworden zu sein.

Eine Kollegin erzählt, dass sie sich im Internet einen durchaus ansehnlichen Mann geangelt hatte – dachte sie. Sie schrieben, checkten sich gegenseitig in den sozialen Netzwerken aus, telefonierten und er fragte nach einem Treffen. Das fing gut an, er war pünktlich, sie fand ihn auch in der Realität attraktiv, er hatte Tischmanieren. Dann begann er, sein ganzes Leben vor ihr auszubreiten: Wie gemein seine Ex zu ihm war, dass die Beziehung zu seinem Vater gestört sei, er in der Schule wegen seiner O-Beine gehänselt wurde und monatlich zur Pediküre gehe, weil sein Zehennagel immer einwächst. Too much informations - jeglicher Sex-Appeal war für sie verflogen. Das erste Date blieb das letzte. Hat der Mann noch nie etwas von den No Gos bei einem ersten Date gehört? Ich hätte da einen Tipp: www.erstesdate.de.

Einer Freundin meiner Frau passierte das hier: Das Online-Foto von ihm war etwas unscharf, aber der Text charmant. Also warum nicht? Sie machten telefonisch einen Treffpunkt aus, er sagte zum Abschied schnell: "Das Bild ist allerdings etwas älter." Bevor sie antworten konnte, hatte er aufgelegt. Sie ging ins verabredete Restaurant. Nun war er sicher nicht für ihre Fantasie verantwortlich, wohl aber für die Täuschung. Vor ihr saß ein Mann, mit dem sie sich nie verabredet hätte, hätte sie gewusst… Gestammelter Small-Talk. Zwei zähflüssige Stunden. Dann die Frage: "Wollen wir noch zu dir?" Sie ist tatsächlich durch die Toilette geflüchtet und hat ihn sitzen lassen. Horror Dates passieren nicht nur anderen.

Bei einem Online-Dating scheint die Gefahr größer, im Vorfeld zu viele Hoffnungen in jemanden zu setzen, der zwar schöne Textbotschaften verfassen kann, sich aber dann doch nicht als der oder die Richtige entpuppt. Aber wo sonst jemanden treffen? Im Supermarkt an der Kasse, im Park, einen Hund anschaffen? Wie groß ist die Chance, im Alltag den richtigen Partner zu finden? Singleberater sagen, dass es nicht entscheidend ist, ob man sich beim Tanzen kennengelernt hat wie unsere Eltern oder zuerst ein paar E-Mails austauscht. Wichtiger sei die erste Begegnung alleine, also zu zweit in der realen Welt. Und wenn man sich bei dem Profil im Netz ehrlich zeigt, wäre das fair, finde ich. Vor allem erspart man dem anderen und letztlich auch sich selbst Enttäuschungen.

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