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Wenn das Haustier die Traumfrau findet.

Meine Frau habe ich im Urlaub kennen gelernt. Wir haben uns verabredet, es hat gefunkt. Jetzt liebt sie mich so wie ich bin, mit allen Ecken und Kanten.

Dass Dating-Apps jetzt bei der Partner-Suche nachhelfen, ist ganz normal. Neben Parship, Tinder und Co. feiern die Amerikaner jetzt eine App, die die Partner-Suche für Hunde-Liebhaber einfacher machen soll. "Dig" heißt sie, abgeleitet aus dem englischen von "graben" und "angraben".

Man lädt nicht nur sein Profilbild hoch, sondern auch das Bild seines Hundes.

Fans der App sagen: Man hat anhand des Hundes einen ersten Eindruck vom Halter. Spaziert er mit einem Dackel, denke ich bestimmt anders über ihn als bei einem Dobermann oder einem Labrador.

Eine Eigenschaft, die ich in mein Dating-Profil sicherlich schreiben würde, wäre: "Ich bin immer neugierig". Deshalb habe ich mir auch die "Dig"-Dating-App kostenlos aus dem App-Store geladen und ausprobiert. Meine Frau verzeiht mir das Experiment für den Job. Außerdem bin ich im Team "Katze", habe also einen gewissen Abstand zum Thema.

Die App ist geladen, schon geht´s los:

Name: Arno. Name des Hundes: Okay, ich schreibe Elvis, den Namen meines Katers. Sorry, mein Freund. Alles für die Wissenschaft.

Die App ist leicht in der Handhabe und tatsächlich will sie mehr über meinen vermeintlichen Hund wissen als über mich. Mehr als "Arno" gebe ich nicht ein. Aber die Infos über meinen Hund werden immer detaillierter. Am Ende werde ich noch gefragt, wie die Größe des Hundes meines Dates sein soll?! Dass ich nicht noch seinen Impfpass hochladen muss, ist alles.

Ist die Liebe zum Tier wirklich das, was Mann und Frau, Mann und Mann oder Frau und Frau zusammenschweißt? Ist das Halten eines Hundes, einer Katze oder eines Papageien das wichtige – und vor allem – einzige Kriterium, warum man sich trifft?

Zumindest ist es ein guter Anfang. Meine Kollegin Katja aus der Morgencrew ist ganz begeistert. Zum einen treffen sich zwei Hundebesitzer, die auf einer Wellen- bzw. Pfotenlänge sind. Zum anderen: Der Hund ist das perfekte Startthema für ein Date. Das stimmt: Gemeinsame Interessen und Leidenschaften sind laut Statistik die beliebtesten Date-Themen. Über die Hälfte der Befragten spricht darüber am liebsten.

Ich könnte auch viel über meinen Kater Elvis erzählen. Wie er meine Frau und mich teilweise an den Rand des Wahnsinns getrieben hat. Wie liebevoll und gleichzeitig gerissen er sein kann. Und was er sonst so für Unfug im Haus getrieben hat. Ich kann mich damit anfreunden, darüber bei einem Date zu quatschen und mich auszutauschen.

Zu einem Date kam es bei mir nicht. Das wäre dann doch zu viel Eifer für den App-Test. Vor allem für meine Frau. Aber für alle, die es ausprobieren wollen: Die App schlägt fürs Kennenlernen hundefreundliche Plätze vor. Also auch Cafés und Restaurants, wo der Vierbeiner mit darf. Dann können sich beide beschnüffeln, also Herrchen und Frauchen. Und vielleicht verschwinden ja jetzt auch endlich die Hundefotos aus den restlichen Dating-Apps.

Arnos Kolumne erscheint immer dienstags in der Berliner Morgenpost und auf www.morgenpost.de.

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