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Arno über die richtige Nahrungszufuhr.

Mindestens ein Mal pro Woche reden wir im Sender über Ernährung, Abnehmen und wie am besten. Wir empfehlen uns gegenseitig Low Carb, Intervall-Fasten oder Ketose. Meine Frau glaubt weder an das eine noch an das andere und ich kann jetzt sagen, ich habe es schon immer gewusst! Denn nun ist es bewiesen: Kalorien zählen bringt ja mal gar nichts. Null nada njente! Forscher aus Stanford haben es in einer aufwendigen Studie nachgewiesen. Wer jede Kalorie zählt, verschwendet seine Zeit und nimmt nicht ab! Sie können aufhören, sich mit Kalorienlimits herum zu quälen, das können Sie sich in Zukunft besten Gewissens sparen.

Die Wissenschaftler haben über ein Jahr lang 600 Menschen mit Übergewicht und ihre Ernährungsgewohnheiten beobachtet. Dabei stellten sie fest, dass diejenigen, die streng ihre Kalorienzufuhr kontrollierten, verschwindend wenig abgenommen haben. Zudem haben die Forscher die Annahme unter die Lupe genommen, dass die Gene daran schuld wären, ob wir dicker oder dünner sind. Aber auch hier ist das Ergebnis eindeutig: Stimmt nicht, denn auch diejenigen, die sich über die 12 Monate nach Gen-Diäten wie der Blutgruppendiät ernährten, haben über den längeren Zeitraum nicht anhaltend abgenommen.

So weit, so gut, so die Erkenntnisse, was nicht funktioniert. Aber was verhilft uns nun für immer zu einem schlanken Körper? Das meiste Gewicht haben die Probanden verloren, die sich fettarm ernährten, übrigens unabhängig von der täglichen Kalorienhöhe. Daraus haben die Mediziner ein Erfolgskonzept abgeleitet, das mir nicht ganz neu ist, aber es freut mich, dass es nun nochmal wissenschaftlich belegt wurde: Wenig Zucker, kein Weißmehl und am besten unbehandelte Lebensmittel. Liegt übrigens auch voll im Trend. Clean Eating, also sauberes reines Essen, sollen wir uns zuführen. Dabei geht es nicht um die Hygiene, sondern um Natürlichkeit. Das Schöne an Clean Eating ist, es ist alles erlaubt, auch Kohlehydrate. Die wichtigste Regel bei dieser Ernährung heißt: Essen Sie nichts industriell Verarbeitetes, sondern natürliche Rohstoffe, Gemüse, Obst, Fleisch, Vollkorn, Fisch - keine Fischstäbchen. Keine synthetischen Zusatzstoffe, Süßungsmittel, Farb- oder Aromastoffe, Geschmacksverstärker, Transfette. Fast Food ist hier also, für manche leider, tabu. Meine Frau und ich essen so schon eine ganze Weile, ohne dass wir wussten, wie es heißt, und es geht uns ziemlich gut damit. Löschen Sie Ihre Kalorien Tracking-Apps. Es ist wichtiger, was Sie essen, nicht wie viel. Die Wissenschaftler aus Stanford schließen übrigens dabei auch den gefürchteten Jojo-Effekt aus, was ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann.

Arnos Kolumne erscheint immer dienstags in der Berliner Morgenpost und auf www.morgenpost.de.

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