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 (Foto: Mark Lennihan/AP/dpa)

Bisher war das Online-Netzwerk Google Plus nur ein misslungener Versuch, Facebook Konkurrenz zu machen. Nun schließt Google sein soziales Netzwerk, nachdem herauskam, dass der Konzern jahrelang über ein Datenleck bei Google Plus schwieg.

Ein halbes Jahr nach den Facebook-Skandal um Cambridge Analytica räumt nun Google eine Datenpanne ein. Durch eine Software-Panne hatten App-Entwickler die Möglichkeit unberechtigterweise auf private Nutzerdaten zuzugreifen. Google schloss die Lücke im März - aber behielt das ein halbes Jahr für sich.

Als eine Reaktion wird die 2011 als Konkurrenz zu Facebook gestartete Plattform für Verbraucher dichtgemacht. Für die interne Kommunikation in Unternehmen will Google sie weiter betreiben. Außerdem werden auch die Möglichkeiten von App-Entwicklern eingeschränkt, auf Nutzerdaten auf Smartphones mit dem Google-System Android zuzugreifen.

Zugriff auf Namen, E-Mail-Adressen und mehr

Durch die Software-Panne hätten App-Entwickler auf den Namen, die E-Mail-Adresse sowie Informationen über Beschäftigung, Geschlecht und Alter von Nutzern zugreifen können, räumte Google am Montag ein. Andere Daten seien nicht betroffen. Der Fehler sei im März 2018 entdeckt und umgehend behoben worden.

Google Plus werde derzeit von Verbrauchern kaum genutzt - und 90 Prozent der Interaktionen dauerten weniger als fünf Sekunden, erklärte der Internet-Konzern. Die Einstellung der Verbraucherversion solle nach einer zehnmonatigen Übergangszeit Ende August kommenden Jahres abgeschlossen werden. Damit gesteht Google auch offiziell die bereits klare Niederlage im Wettbewerb der Online-Netzwerke mit Facebook ein.

Quelle: dpa / pke