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Glücklich, wer es nicht weit hat zur Arbeit, zur Schule oder zum Arzttermin. Für alle anderen wird der Berufsverkehr am Freitag eine Belastungsprobe. Und weitere Warnstreiks sind nicht ausgeschlossen.

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ereilt an diesem Freitag der erste größere Warnstreik seit sieben Jahren. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Warnstreik.

Wann und wo wird gestreikt?

Alle 14 000 Beschäftigten der BVG und ihrer Tochter Berlin Transport sollen am Freitag die Arbeit niederlegen, von Betriebsbeginn um 3.30 Uhr bis 12.00 Uhr. Das bedeutet: Es werden kaum noch U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse fahren. Denn wenn die Leitstellen bestreikt werden, lässt sich auch mit anderen Fahrern kein Ersatzverkehr organisieren. Einen Notfallfahrplan gibt es eher nicht.

Wie kommt man noch in die Stadt?

Nur auf 28 Linien werden Busse unterwegs sein, vorwiegend am Stadtrand, wo Subunternehmer für die BVG fahren. Auch beim neuen Rufbus "Berlkönig" könnte es Einschränkungen geben, obwohl die Fahrer nicht bei der BVG angestellt sind - wenn die Fahrzeuge auf bestreikten Betriebshöfen stehen. Keine Einschränkungen werde es bei den Fähren geben, hieß es.

Außerdem fährt die S-Bahn weiterhin. Die gehört zur Deutschen Bahn und wird nicht bestreikt. Auf den Linien S1 und S5 setzt sie zusätzliche Züge ein. Auf den Straßen sind Staus programmiert. Aus dem Umland fahren die Regionalzüge wie gewohnt.

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Was wollen die Streikenden?

Kurz gesagt: mehr Freizeit und mehr Geld. Die Gewerkschaften Verdi und Beamtenbund verlangen, dass für alle rund 14 000 Beschäftigten die 36,5-Stunden-Woche gilt. Knapp die Hälfte muss heute nämlich 39 Stunden arbeiten - nämlich jene Mitarbeiter, die ab 2005 eingestellt wurden. Weitere Forderungen: Weihnachtsgeld auch für Neulinge, Wegfall der unteren Lohngruppen und schnellere Gehaltssprünge, zudem für Gewerkschaftsmitglieder einmalig 500 Euro. Das ist gutes Geld beispielsweise für einen Busfahrer, der nach Verdi-Angaben auf der niedrigsten Gehaltsstufe bei knapp 2000 Euro im Monat anfängt und gut 3100 Euro erreichen kann. Hinzu kommen Zulagen und Schichtzuschläge.

Quelle: dpa

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