18. Februar 2020 – Josefine Blume

Seit einem Jahr ist Rebecca verschwunden

Ein Jahr Trauer, Hoffen, Verzweiflung - Polizei und Familie geben die Suche nicht auf.

Fotos: dpa
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Es ist einer der spektakulärsten Vermisstenfälle der vergangenen Jahre in Deutschland: Vor einem Jahr verschwand die 15-jährige Rebecca aus Berlin spurlos. Seit den Morgenstunden des 18. Februar 2019 wird die Schülerin vermisst. Sie habe sich zuletzt bei Familienangehörigen aufgehalten und ist nicht zur Schule gekommen.

Chronologie der Suche

Die Polizei stellte das Foto eines blonden Mädchens, das in den folgenden Monaten fast täglich in Zeitungen, im Fernsehen und Internet zu sehen sein wird. Das war am 21. Februar, drei Tage nach dem Verschwinden Rebeccas.

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Foto: dpa, Foto: ---/Polizei Berlin/dpa
 

Am 23. Februar wird dann auch öffentlich klar, dass es um etwas Ernstes geht: "Schülerin weiterhin vermisst - Mordkommission übernimmt die Ermittlungen", schreibt die Polizei in ihrer zweiten Mitteilung. Es könne nicht mehr ausgeschlossen werden, "dass das Mädchen einer Straftat zum Opfer gefallen ist".

Ein Verdächtiger innerhalb der Familie

Schnell stößt die Mordkommission auf den 27-jährigen Mann von Rebeccas älterer Schwester, der zuletzt mit Rebecca im Haus war. Nach seiner Aussage soll die 15-Jährige das Haus verlassen haben. Das kann die Polizei anhand der Handydaten aber nicht feststellen. Am 28. Februar, zehn Tage nach dem Verschwinden, nimmt die Polizei den Schwager wegen Mordverdachts fest. Einen Tag später wird er wieder freigelassen, am 4. März erneut verhaftet und in Untersuchungshaft gebracht. Gleichzeitig untersuchen Kriminaltechniker das Haus der Schwester.

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Foto: dpa, Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
 

Am 6. März veröffentlicht die Polizei Fotos des Mannes und des Familienautos, das am Tag von Rebeccas Verschwinden auf der Autobahn zwischen Berlin und Polen erfasst wurde. Über das Fernsehen sucht die Mordkommission Zeugen. Schnell gehen mehr als Tausend Hinweise ein.

m 22. März wird der Haftbefehl gegen den Schwager aufgehoben, er wird aus dem Untersuchungsgefängnis entlassen. Gleichwohl betont die Staatsanwaltschaft: "Er ist weiterhin Beschuldigter des Verfahrens." Die Fakten deuteten weiter darauf hin, dass Rebecca das Haus des Schwagers nicht lebend verlassen habe.

Die Suche nach Rebecca dehnt sich aus

In den folgenden Wochen bietet die Kripo fast alles auf, was möglich ist: Im dünn besiedelten Brandenburg 50 Kilometer südöstlich von Berlin durchsuchen Hunderte Polizisten Wälder. Leichenspürhunde schnüffeln im Unterholz, Mantrailer-Hunde werden an der Autobahn entlang geführt. Taucher steigen von Booten in Seen.

Die Polizei sucht im April und Mai erneut in Brandenburg, ein weiteres Mal im September. Die Zahl der Hinweise liegt da längst über 2300. Der heiße Tipp ist bis heute nicht dabei. Rebecca bleibt verschwunden, eine Leiche wird nicht gefunden.

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Foto: dpa, Foto: Christoph Soeder/dpa
 

Der aktuelle Stand der Ermittlungen

"Wir gehen weiterhin davon aus, dass Rebecca das Haus des Schwagers nicht lebend verlassen hat", erklärte Staatsanwalt Martin Glage am Montag in einem auf Twitter verbreiteten Video. Für ein freiwilliges Verlassen der häuslichen Umgebung gebe es keine Hinweise. Auch eine Entführung von dritter Seite aus dem Haus könne ausgeschlossen werden, ebenso weitgehend ausgeschlossen sei eine Entführung auf dem Weg zur Schule. Die Staatsanwaltschaft halte wenig von Verschwörungstheorien. Bei den Ermittlungen würden auch keine Tipps von Wahrsagern helfen.

 

Das größte Problem der Polizei ist die fehlende Leiche. Eine Todesursache lässt sich so nicht feststellen, und es gibt keine DNA-Spuren. Sollte die Leiche irgendwo in einem Wald oder See liegen, verschlechtert sich die Situation von Monat zu Monat. Nach einem Jahr sind oft nur noch Überreste vorhanden.

Quelle: dpa / Twitter

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